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Expertenbericht: Dornwarze oder Hühnerauge

Erkennen Sie den Unterschied?

Sie kommen beide häufig unter der Fußsohle vor und sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich: Hühneraugen und Dornwarzen. Da sich jedoch nicht nur ihre Entstehung, sondern auch die Behandlung voneinander unterscheiden, ist eine genaue Bestimmung wichtig.

Die Entstehung: Viren versus Druckstelle

Die Dornwarze wird meist von humanen Papillomaviren (HPV) ausgelöst. Man kann sich mit ihnen dort infizieren, wo Menschen viel barfuß laufen, wie im Schwimmbad oder in Umkleidekabinen. Durch winzige Hautrisse an aufgeweichten oder auch trockenen Füßen, kann das Virus in den Körper gelangen und Hautzellen infizieren. Es entsteht dann eine runde, verhornte Stelle, die zwar oberflächlich eher klein ist, jedoch tief in die Haut hineinwachsen und auf Dauer bei Belastung schmerzen kann.

Anders sieht es bei Hühneraugen aus: Sie entstehen durch starken Druck oder Reibung, meist ausgelöst durch falsches Schuhwerk oder eine Fußfehlstellung (Spreiz- oder Senkfuß). Die Fußhaut schützt sich selber gegen die ständige Belastung, indem sie an der betroffenen Stelle eine Hornschicht bildet, die sich mit der Zeit als verhärteter Hornkegel in tiefe Hautschichten ausbreitet. Trifft dieser auf einen Knochen oder ein Gelenk, kann das sehr schmerzen. Ein Hühnerauge sollte daher immer direkt behandelt und vor allem die Ursache behoben werden.

Wie erkennt man den Unterschied?

Um diese Frage zu beantworten, haben wir die Podologin und Fuß-Expertin Maria Magritta gefragt, die in ihrem Praxisalltag fast täglich mit beidem zu tun hat:

"Hühneraugen sind Dornwarzen auf den ersten Blick sehr ähnlich. Sie können beide an stressbelasteten Stellen des Fußes vorkommen, zum Beispiel am Vorfuß oder der Ferse. Beide wachsen kegelförmig nach innen in die Haut und können, vor allem bei Belastung, starke Schmerzen verursachen. Das Aussehen unterscheidet sich jedoch folgendermaßen: Das Hühnerauge hat eine glatte Oberfläche, die meist gelblich ist. Sowohl die Oberfläche als auch der Hornhautkern selbst bestehen aus Hornhaut. Die Dornwarze kann, wie das Hühnerauge, ebenfalls von Hornhaut umgeben sein. Nach Abtragen der Hornhaut kommt allerdings das warzenartige Gewebe zum Vorschein (weich und weißlich). Die Warze an sich kann um einiges größer sein, als die darüberliegende Hornhautschicht. Zudem ist die Warze im Gegensatz zum Hühnerauge häufig mit schwarz-roten Pünktchen durchzogen. Diese Pünktchen sind kleinste Einblutungen, die die Warze durchziehen."

Die unterschiedlichen Behandlungswege von Dornwarze und Hühnerauge

Bei einem Hühnerauge sollte in jedem Fall die Ursache behoben werden: Druckstellen von zu engen Schuhen oder reibenden Socken können durch passendes Schuhwerk oder Einlagen –angepasst an Fußfehlstellungen – und optimale Socken behoben oder zumindest verbessert werden. Ein Hühnerauge wird meist mit Salicylsäure behandelt. Hier stehen für die Selbstmedikation entsprechende Pflaster und Tinkturen zur Verfügung. Bei hartnäckigen Hühnerauen sollte jedoch ein Experte ran. Maria Magritta: "Die Behandlung umfasst das Abtragen des Hühnerauges plus eine anschließende Druckentlastung, damit einer Neuentstehung vorgebeugt werden kann."

Für die Behandlung von Dornwarzen hat sich unter anderem die Vereisungstherapie bewährt: Hierbei wird das betroffene Gewebe mit einem Applikator gezielt vereist, ohne das umliegende gesunde Gewebe zu beeinträchtigen. Wenn die Dornwarze schon sehr alt ist und die Behandlung auch nach mehreren Versuchen ohne Erfolg bleibt, stehen dem Dermatologen noch weitere Techniken und Mittel zur Verfügung, um die Dornwarze endgültig zu entfernen.

Entfernung mit Vereisung