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Warzen-Impfung – was ist möglich?

Gegen welche Warzenarten eine Impfung zur Vorbeugung möglich ist

Warzen kommen in vielen verschiedenen Formen vor. Eines ist ihnen allen jedoch gemein: Betroffene empfinden sie als störend. Die meisten Warzen entstehen durch eine Infektion mit Viren und sind deshalb auch ansteckend. Da liegt der Gedanke nahe, ob eine Ansteckung mit Warzen nicht durch einen modernen Impfstoff verhindert werden kann. Die Antwort lautet: "Nein, aber…"

Warzenimpfung: In Oberarm wird Nadel injiziert - mit Handschuhen

Wie Viren zum Ausbruch von Warzen führen

Eine allgemeine Warzen-Impfung, die vor den ungeliebten Hautwucherungen schützt, gibt es nicht. Alle „echten Warzen“, darunter die gewöhnlichen Warzen, Dornwarzen, Feigwarzen und einige weitere Warzenarten, werden von dem humanen Papillomavirus (HPV) ausgelöst. Mit gewöhnlichen Hand-, Fuß- und Dornwarzen steckt man sich besonders häufig in feuchten Umgebungen mit viel (Barfuß-) Verkehr an, wie Schwimmbädern und Umkleidekabinen. Die Viren haften an abfallenden Hautschuppen und überleben in dem feuchten Klima lange Zeit. Man nimmt sie quasi im Vorbeilaufen auf, woraufhin sie bei direktem Hautkontakt über kleinste Verletzungen in die Fußhaut eindringen. Dort können sie sich dann in der obersten Hautschicht vermehren und führen so zu Warzen.

Der Zustand des Immunsystems hat einen direkten Einfluss darauf, ob die Viren "Fuß fassen" und sich vermehren können. Je gesünder die Abwehr des Körpers ist, desto besser kann sie die HPV erkennen und neutralisieren. Das Immunsystem kann sogar dafür sorgen, dass sich Warzen nach einiger Zeit zurückbilden und wieder verschwinden. Man spricht dann von einer Spontanheilung.

 

Kann eine HPV-Impfung eine Ansteckung mit Warzen verhindern?

Es gibt zahlreiche verschiedene Typen von humanen Papillomaviren, die mithilfe einer Nummerierung voneinander unterschieden werden. Vor allem die Typen 16 und 18 kennt man als Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Gegen diese Typen ist eine vorbeugende Impfung möglich. Vor allem bei Mädchen, inzwischen aber auch bei Jungen, zwischen 9 und 14 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) diese Impfung. Wichtig ist, dass sie vor dem ersten Sexualkontakt vorgenommen wird, denn einmal mit HPV angesteckt, wirkt der Impfstoff nicht mehr. Derzeit sind zwei Impfstoffe gegen humane Papillomaviren bekannt: Gardasil 9 und Cervarix.

Gardasil 9 wird zum Schutz vor Erkrankungen verabreicht, die durch neun verschiedene humane Papillomaviren verursacht werden. Neben den genannten Hochrisiko-Typen 16 und 18 bietet es auch Schutz vor den Typen 6 und 11, die Feigwarzen auslösen können. Diese treten vor allem im Intim- und Afterbereich auf und zählen daher auch zu den Sexualkrankheiten. Sie sind in der Regel stecknadelkopfgroß, von braun-rötlicher Farbe und kommen oft in größerer Zahl vor. Bei Verdacht auf Feigwarzen ist ein Arztbesuch unumgänglich. HPV werden vor allem bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr über direkten Hautkontakt oder als Schmierinfektion übertragen. Kondome können das Risiko einer Übertragung beträchtlich verringern, einen hundertprozentig sicheren Schutz bieten sie aber nicht. Insofern ist mit Gardasil 9 zumindest eine Warzen-Impfung möglich, die das Risiko senkt, an Feigwarzen zu erkranken.

 

Die HPV-Impfung als Behandlung: Vielversprechende Hinweise

Erste Studien deuten darauf hin, dass Gardasil 9 – insbesondere bei Kindern – in Zukunft auch zur Behandlung von vulgären Warzen eingesetzt werden könnte. Bei ersten Tests verschwanden die gewöhnlichen Warzen bei den Neun- bis Elfjährigen nach ein, zwei bzw. drei Gaben des Impfstoffes vollständig. Trotz dieser ermutigenden Ergebnisse müssen weitere klinische Studien die Wirksamkeit der HPV-Impfung beweisen, bevor sie breitflächig zum Einsatz kommen kann.