Wie lassen sich Warzen entfernen?

In einigen Fällen können sich Warzen nach einigen Monaten oder Jahren ohne Behandlung von selbst zurückbilden. Dann hat die Immunabwehr des Körpers es geschafft, die verursachenden Viren abzutöten. Eine Warzenentfernung von außen zielt auf die sichtbare Warze ab, die komplette Beseitigung der Viren wird mit keiner Therapieform erreicht. Aufgrund der Möglichkeit, dass die Warze von selbst wieder verschwindet, sollten die Produkte gegen Warzen nicht zu aggressiv sein, um eine mögliche Narbenbildung zu vermeiden. Ein Herausschneiden durch den Arzt ist nur bei Verdacht auf bösartige Veränderungen notwendig. Die gängigen Behandlungsansätze für die Selbstmedikation lassen sich grob in drei Therapie-Bereiche einteilen: Vereisung (Kryotherapie), Haut auflösen (Keratolyse) und Verätzen. Zusätzlich gibt es jede Menge Hausmittel und alternative Methoden. 

Haut auflösen (Keratolyse)

Mittel zum Aufweichen der Hornhautschicht der Haut in der Selbstbehandlung lösen nach und nach das Warzengewebe ab. Der am häufigsten enthaltene Wirkstoff ist Salicylsäure, in einigen Lösungen zusammen mit einem weiteren hornhautaufweichenden Wirkstoff wie Milch- oder Essigsäure. Die umliegende Haut kann dabei gereizt oder verletzt werden. Deshalb sollte der Hautbereich um die Warze jeweils mit einer Fettsalbe oder Zinkpaste geschützt werden.

Mittel zum Auflösen der Haut werden in den meisten Fällen als Lösung mit einem Pinsel auf die Warze aufgetragen. Auch ein Wirkstoff-haltiges Pflaster mit Salicylsäure ist für die Selbstbehandlung verfügbar. Für eine erfolgreiche Therapie erfordern Keratolytika eine konsequente Behandlung, da die Mittel zum Teil mehrmals pro Tag über mehrere Wochen aufgetragen werden müssen und das Abtragen der Haut mit Hand- oder Fußbädern oder einer Hautfeile muss stetig erfolgen.

Salicylsäure darf bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei Säuglingen nicht angewendet werden. Schwangere sollten die Produkte nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt bzw. nur kleinflächig auftragen, da der Wirkstoff über den Blutkreislauf zum ungeborenen Kind gelangen könnte und Schäden an Herz und Nieren verursachen kann.

Eine einfache und effektive Methode zur Entfernung von gewöhnlichen Warzen, Dornwarzen und Stielwarzen stellt die Kryotherapie dar.

Behandlung mit Ätzmitteln

Konzentrierte Säuren und andere ätzende Substanzen werden zur Behandlung von Warzen eingesetzt und verätzen die obersten Hautschichten. Die eingesetzten Wirkstoffe sind Mono- und Trichloressigsäure sowie Ameisensäure. Ätzmittel werden oftmals nur einmal pro Woche angewendet und damit deutlich seltener als die Keratolyse-Produkte.

Der Umgang mit Ätzmitteln sollte mit Vorsicht erfolgen, versehentlicher Kontakt mit gesunder Haut, Schleimhäuten und Augen kann zu starken Verätzungen führen. Der Schutz der gesunden umliegenden Haut mit Vaseline oder Ähnlichem ist wichtig.

Eine einfache und effektive Methode zur Entfernung von gewöhnlichen Warzen, Dornwarzen und Stielwarzen stellt die Kryotherapie dar.

Wie hilft die Vereisung (Kryotherapie) gegen Warzen?

Das Wort „Kryo“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet Kälte. Bei der Vereisungsmethode wird Kälte in das Warzengewebe geleitet. Ab einer Gewebetemperatur von unter -5 Grad Celsius bilden sich zwischen den Hautzellen Eiskristalle. Die Zellen schrumpfen. Während des Auftauprozesses kommt es zu Entzündungsreaktionen und Zellschädigungen, die bis zu 48 Stunden nach dem Einfrieren anhalten und zum Absterben der Zellen führen. Das ist das Signal an den Körper, das Immunsystem ins Spiel zu bringen: Die Immun-Zellen werden aktiv und beseitigen die Zellreste und auch die humanen Papillomaviren, die Warzenverursacher. Dieser ganze Prozess dauert etwa 14 Tage. Die Warze fällt dann ab und zum Vorschein kommt gesunde Haut.

Diese Methode wird auch vom Hautarzt angewendet. Er nutzt dafür flüssigen Stickstoff, Trockeneis oder Lachgas, die Temperaturen von um die -196°C erreichen. Der Arzt verwendet meist eine Art Spray oder Sonde, meist aus Metall, die vorher heruntergekühlt wurde. Damit ist ein besonders gezieltes Vereisen möglich.

Vereisungsmittel aus der Apotheke frieren das Warzengewebe ebenfalls direkt oder indirekt mit flüssigem Stickstoff, bzw. Dimethylether ein. Es werden nicht die tiefen Temperaturen erreicht, wie in der Arztpraxis. Bei den Vereisungsmitteln aus der Apotheke wird die Kälte mit Schaumstoffapplikatoren oder mit einem Metallapplikator (z. B. Wortie®) in das Gewebe geleitet. Das Metall zeichnet sich als guter Wärmeleiter für die Vereisung aus. Mit dem Metallkopf kann der zu therapierende Bereich punktgenau getroffen werden, die umgebende Haut wird nicht in Mitleidenschaft gezogen. Somit ist die Vereisung auch weniger schmerzhaft.

Ist die Kryotherapie erfolgreich, bildet sich häufig unter der Warze eine Blase, manchmal mit Blut gefüllt, und die Warze fällt nach zehn bis 14 Tagen von selbst ab. Im besten Fall nach der ersten Anwendung. Bei hartnäckigen Fällen muss die Behandlung aber mehrmals wiederholt werden, bis die Warze endgültig verschwunden ist. 
Die Vereisungsmethode eignet sich für gewöhnlichen Warzen, Dornwarzen und Stielwarzen. Nicht geeignet ist sie für Kinder unter vier Jahren, Schwangere und Stillende. Besondere Vorsicht sollten Diabetiker und Menschen mit Niereninsuffizienz walten lassen.

Die Produkte der Wortie®-Familie von HENNIG ARZNEIMITTEL wurden speziell für die Vereisung von gewöhnlichen Warzen (Wortie®), Dornwarzen (Wortie® Intense) und Stielwarzen (Wortie® spezial) entwickelt. Dabei weist jedes Produkt eine speziell geformte Metallspitze auf, die auf die Art der Warze abgestimmt ist. Die Anwendung dauert in der Regel weniger als eine Minute.

Hausmittel und alternative Behandlungen

Es gibt viele Mittel gegen Warzen aus der Hausapotheke, die zum Teil ihre Berechtigung haben. Zum Bereich der pflanzlichen Warzenmittel gehört das Schöllkraut. Der gelbe Pflanzensaft enthält viruzide Alkaloide und kann direkt auf die Warze aufgetragen werden. Die Wirkung ist nur unzureichend durch Studien belegt. Pflanzliche Mittel wie Teebaumöl, Rizinusöl, Thuja oder Propolis werden zur Warzenbehandlung eingesetzt. Studien zu ihrer Wirksamkeit fehlen. Es können allergische Reaktionen und Hautreizungen auftreten.

Auch das Abkleben der Warze mit einem luftdichten Klebestreifen, z. B. Verbands-Klebeband aus der Apotheke oder normaler Tesafilm, wird empfohlen. Die Wirkung soll durch den leichten Druck auf der Haut und das luftdichte Abkleben entstehen. Alle sechs Tage wird der Klebestreifen erneuert und die Haut eingeweicht und abgerubbelt. Nach etwa vier Wochen sollte die Warze verschwunden sein.

Nicht zu vergessen ist, dass Warzen eine recht hohe Selbstheilungsrate haben. Nach einigen Wochen, Monaten oder Jahren können sie von selbst wieder verschwinden. Daher kann auch Abwarten eine Therapieoption darstellen. Eine weitere Methode ist das Besprechen der Warze bzw. der betroffenen Körperstelle. Mithilfe von Suggestion und Erwartung kann die körpereigene Abwehr angeregt werden, die Warzenviren zu bekämpfen. Insbesondere bei Kindern zeigt ein solcher Ansatz häufiger die gewünschte Wirkung.

Eine einfache und effektive Methode zur Entfernung von gewöhnlichen Warzen, Dornwarzen und Stielwarzen stellt die Kryotherapie dar.

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